Misoga - Haus des Lächelns

Koreanisch Essen in Zürich


Name: Misoga
Adresse: Zeltweg 12, 8032 Zürich
Web: www.miso-ga.ch

Wir haben in der Vergangenheit bereits koreanische Restaurants in Berlin vorgestellt. Nun möchten wir die Reihe erweitern, indem wir einen Sprung nach Süden machen, in ein Land, das als touristische Destination bei Koreanern sehr beliebt ist: die Schweiz. Kulinarisch scheint Korea den Sprung in die Schweiz allerdings noch nicht ganz geschafft zu haben, denn die Auswahl an koreanischen Restaurants ist begrenzt. In den grösseren Städten wie Zürich, Basel oder Bern wird man mit ein bisschen Glück aber fündig. Heute besuchen wir das Misoga mitten im Herzen von Zürich. Gleich um die Ecke vom Kunsthaus und vom Schauspielhaus gelegen, ist das kleine Restaurant von Bus oder Tram aus in wenigen Gehminuten zu erreichen.

Misoga bedeutet Haus des Lächelns, und so werden wir von der Inhaberin Miran Lee auch begrüsst. Das Restaurant ist geradlinig und schlicht eingerichtet. Kitschiges Interieur, wie man es von vielen asiatischen Restaurants kennt, sucht man hier vergebens. Kaum etwas weist darauf hin, dass hier koreanische Spezialitäten serviert werden, ausser die Zeitungsartikel über das Misoga beim Eingang und die Bilder an den Wänden, die der Schwager der Besitzerin, Yong Woon Park, gemalt hat. Mit der offenen Küche entsteht ein gemütlicher Eindruck, der verrät, dass hier Wert auf ein Miteinander mit den Gästen gelegt wird.

Miran Lee hat zwölf Jahre lang in Neu Delhi das koreanische Restaurant eines Fünfsternehotels geleitet. Wegen der Ausbildung ihrer Tochter zogen sie und ihr Mann nach Zürich. Das Misoga eröffnete Miran Lee vor zwei Jahren mit dem Ziel, koreanische Küche in der Schweiz bekannter zu machen. Wo sie zu Beginn noch Gerichte aus verschiedenen asiatischen Küchen, etwa aus Japan oder China, serviert hat, so hat sie sich mittlerweile auf die koreanische Küche festgelegt. „Am Anfang kannten die Leute hier die koreanische Küche noch nicht“, sagt sie, „aber mit der Zeit realisierte ich, dass sie koreanisches Essen wirklich mögen. Deshalb begann ich, ausschliesslich authentisches koreanisches Essen zu servieren.“ Neben dem Misoga gibt Miran Lee auch Kimchi-, Teezeremonie- oder Koreanisch-Kochkurse, die alle immer gut besucht sind. Zürich, so scheint es, ist in der Tat auf den Geschmack gekommen.

Im Misoga werden keine Fertigprodukte verwendet, sondern es wird alles selbst gemacht, vom Kimchi über die verwendeten Saucen bis zum Früchtetee, der uns in einer traditionelle Teekanne serviert wird. Der Tee schmeckt köstlich und wir sind uns sicher, dass es beim Essen nicht anders sein wird. Uns wird das Sogogi Bibimbap empfohlen, dem wir natürlich nicht widerstehen können, und wir bestellen uns ausserdem eine Portion Japchae mit Hähnchen. Das Misoga hat zwei Speisekarten, eine für den Mittag, eine für den Abend. Beides sei authentisches koreanisches Essen, versichert uns Miran Lee, nur dass das Essen mittags etwas einfacher ist – perfekt, wenn man sich in der kurzen Mittagspause trotzdem etwas Leckeres gönnen möchte. Wünscht man sich hingegen ein etwas stilvolleres Essen, so ist man abends im Misoga am richtigen Ort.

Obwohl die Preise mit 29 Franken (ca. 24 Euro) für das Bibimbap und 25 Franken (ca. 20 Euro) für das Japchae nicht gerade für den kleinen Geldbeutel gemacht sind, so darf man nicht vergessen, dass man hier in Zürich is(s)t und mit etwas mehr für seinen Genuss rechnen muss. Obendrein schmecken das Essen und der Tee so gut, dass wir gerne über die Preise hinwegsehen.

Das Bibimbap wird im heissen Steintopf serviert. Obwohl die scharfe Sauce, die dem Bibimbap ihren Geschmack gibt, das Gochujang, schon mit im Topf ist, ist es trotzdem nicht zu scharf. Auch für Gaumen, die sich scharfe Küche nicht gewohnt sind, ist es gut zu geniessen. Das Bibimbap kommt mit frischem, schön angeordnetem Gemüse, zartem Rindfleisch und einem Spiegelei, die sich im zischenden Topf wunderbar vermischen. Dem Japchae verleihen Spinat, Paprika und Karotten Farbe und gerösteter Sesam eine interessante Note. Beilagen, wie man es sich von der koreanischer Küche sonst gewohnt ist, gibt es leider keine – das ist allerdings die einzige Enttäuschung, die wir an diesem Mittag erleben, denn ansonsten sind wir mit dem Essen restlos glücklich.

Verabschiedet werden wir genau wie wir begrüsst worden sind: mit einem herzlichen Lächeln. Wir verlassen das Misoga satt und zufrieden und sind uns sicher, dass wir hier nicht zum letzten Mal zu Gast gewesen sind.